Der luxemburgische Entwickler Michel Weimerskirch stellt seit geraumer Zeit mit dem Projekt spellchecker.lu eine geniale Plattform zur Verfügung um luxemburgische Texte zu verbessern (ja, Luxemburg hat seine eigene Sprache ;-). Man kann die Texte online prüfen lassen oder selbst Wörter empfehlen, die (nach Überprüfung auf korrekte Schreibweise) ins Wörterbuch aufgenommen werden sollen. Dadurch ist das Wörterbuch in letzter Zeit gewaltig gewachsen und die Plattform zurecht DIE Referenz für die luxemburgische Sprache geworden.

Nun hat Michel Weimerskirch neben dem Online-Checker auch noch einen Haufen Module entwickelt, z.B. eine App fürs iPhone, ein Add-On für Mozilla Firefox oder ein Plugin für Libre-Office oder Ubuntu. Vor kurzem wurde der Spellchecker ebenfalls für Mac OSX vorgestellt. Hiermit kann man die luxemburgische Rechtschreibung in allen OSX-Programmen wie TextEdit, Mail, Safari u.s.w. nutzen. Funktioniert aber erst ab Snow Leopard. Installationsanweisungen gibt es hier.

Nun kam die Idee, dass es doch vielleicht auch möglich sein müsse, diese Rechtschreibprüfung z.B. in Adobe InDesign zu nutzen. Adobe hat mit der Version CS5.5, die vor kurzem erschienen ist, die Hunspell-Dictionaries hinzugefügt. Vorher konnte man in den InDesign-Vorgaben standardmäßig immer nur auf Proximity zurückgreifen. Hunspell steht unter der GPL-Linzenz, ist somit frei verfügbar und wird vor allem für OpenSource Projekte eingesetzt wie OpenOffice, Firefox, Chrome u.s.w. Spellchecker.lu basiert ebenfalls auf Hunspell. Der Blogpost von Gerald Singelmann gab schließlich den Ansporn das zu testen.

ACHTUNG: Wie Gerald auch schreibt ist dies eine sehr inoffizielle Anleitung. Man muß verschiedene Dateien etwas tweaken … (also ohne Garantie u.s.w.)

Folgendes funktioniert nur unter Mac OSX ab 10.6 (Snow Leopard) und Adobe InDesign CS5.5

Zuerst muß man die luxemburgische Sprache für Mac OSX installieren. Dies geschieht via Installer auf der spellchecker.lu-Seite.

Nach der Installation findet man die benötigte Hunspell-Dateien in Mac HD / Library / Spelling:

Diese Dateien müssen jetzt wie bei Gerald beschrieben in den Ordner Dictionaries kopiert werden. Der Pfad ist relativ lang:

Der Ordner mit den oben gezeigten Dateien .aff und .dic muß lb_LU heißen damit es funktioniert:

Danach muß dann die sogenannte Info.plist-Datei angepasst werden. Diese befindet sich hier:

Um die Info.plist zu bearbeiten habe ich, wie von Gerald geraten den plist-Editor genommen. Man muß also jetzt im Ganzen auf drei Stellen den Eintrag für Luxemburgisch hinzufügen:

Dazu klappt man nacheinander die HyphenationService-Pfeil auf, danach den SpellingService und dann den UserDictionaryService und fügt einen neuen Eintrag hinzu durch Klick auf New Sibling. Als Wert muß auch hier lb_LU eingefügt werden damit es nachher funktioniert wie es soll.

Nachdem für die drei Kategorien jeweils lb_LU hinzugefügt wurde, muß die Datei geschlossen und gesichert werden. Dabei wird man das Admin-Passwort i.d.R. gefragt.

Das Tweaking ist vollbracht. Jetzt können wir InDesign CS5.5 öffnen um das Ganze zu testen. In den Vorgaben kann man jetzt Luxemburgisch auswählen:

Dazu sollte desweiteren auf Hunspell statt Proximity umgestellt werden.

Wir setzen also mal einen fehlerhaften Satz auf Luxemburgisch und stellen die richtige Sprache für den Absatz ein. Im Menü Bearbeiten (Edit) muß das »Dynamic Spelling« eingeschaltet sein:

Fortan bekommen wir luxemburgische Fehler unterstrichen und bei Rechtsklick auch Korrekturvorschläge angezeigt:

Also ich für meinen Teil finde das ziemlich genial! Allerdings, Achtung: wie erwähnt: ohne Garantie und von Adobe offiziell (noch) nicht dokumentiert …

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